Somatic Experiencing (SE)® bei Julia Seegebarth

Was ist Somatic Experiencing (SE)®?

Somatic Experiencing (SE)® ist ein körperorientierter Ansatz zur Lösung von traumatischem Stress. Es ist das Lebenswerk des international anerkannten Traumaforschers und -therapeuten Dr. Peter Levine. SE unterstützt heilsam bei der Überwindung von Schocktrauma und bei der Transformation von frühem Bindungs- und Entwicklungstrauma. Das Ziel von Somatic Experiencing (SE)® ist, die natürliche Selbstregulation im Nervensystem (wieder) herzustellen und dadurch die im Körper als Folge von Schock und Trauma entstandenen Symptome zu wandeln.

„Der Schlüssel zur Traumaheilung ist nicht, das Trauma wieder zu erleben, sondern neue Erfahrungen im Körper zu schaffen.“  (Dr. Peter A. Levine)

Wie arbeitet Somatic Experiencing mit Traumata?

Einladung an das autonome Nervensystem
Somatic Experiencing (SE)® arbeitet vor allem mit der körperlichen Reaktion auf traumatische Ereignisse und wendet sich an das zuständige autonome Nervensystem (ANS) und dessen natürliche Fähigkeit zur Selbstregulation. Das ANS ist nicht dem bewussten Willen unterworfen. Es kann nur eingeladen werden – durch wertfreie, achtsame Wahrnehmung und Aufmerksamkeit.

Elemente im Bewältigungsprozess
Im Mittelpunkt der Arbeit von Somatic Experiencing (SE)®mit Traumata steht das Nach- und Aufspüren (tracking) von Körperempfindungen und -impulsen, Emotionen, inneren Bildern, Gedanken und Überzeugungen. Weitere wesentliche Elemente im Bewältigungsprozess sind die Aktivierung von Ressourcen, Pendeln zwischen Traumaspuren im Körper und Ressourcen, Zentrierung und Erdung, Aufgreifen von Körperimpulsen und kleinschrittiges Vorgehen (Titration).

Entscheidend ist, dass das Nervensystem die eingefrorene Energie in kleinen Dosen „auftauen“ und schrittweise entladen kann. Durch diese kontrollierte Entladung wird eine mögliche Retraumatisierung vermieden. Im Pendeln zwischen diesen Ressourcen und der überwältigenden Erfahrung wird nach und nach die im Nervensystem gebundene Überlebensenergie gelöst. Die Veränderung erfolgt ganz bewusst in kleinen Schritten, damit der Organismus sie gut integrieren kann. Die tief verankerten Nachwirkungen des Traumas im Körper können sich schonend auflösen. Der „verkörperte Schrecken“ (Trauma bedingte Erstarrung) wandelt sich in ein Gefühl von Handlungsfähigkeit, von „Ich kann nicht!“ zu „Ich kann!“.

Neue Erfahrungen im Körper geben Sicherheit
Behutsam in der SE-Sitzung zum achtsamen Spüren angeleitet, verfeinert sich mit der Zeit die Körperwahrnehmung. Es werden Ressourcen aufgespürt und aktiviert, die in der damaligen Situation fehlten. Der Zugang zum Ruhe- und Fürsorgesystem als innere Kraftquelle für Ruhe, Sicherheit und Geborgenheit ist wieder frei. Die unbewusste Fixierung auf das Trauma löst sich und Betroffene erkennen immer leichter, wenn der Körper beginnt, sich zu regulieren. Die Selbstregulation, der natürliche Rhythmus von Ladung und Entladung, Anspannung und Entspannung, kann sich entfalten. Allmählich schaffen neue Erfahrungen im Körper ein anderes, sicheres Lebensgefühl.

 

Julia Seegebarth
Gesundheitswissenschaftlerin, Physiologin, Systemischer Coach